{"id":507,"date":"2019-10-17T13:05:54","date_gmt":"2019-10-17T13:05:54","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-walderhalt.de\/?p=507"},"modified":"2019-10-17T13:05:54","modified_gmt":"2019-10-17T13:05:54","slug":"unser-wald-in-zeiten-des-klimawandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-walderhalt.de\/?p=507","title":{"rendered":"\u201eUnser Wald in Zeiten des Klimawandels\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-508\" src=\"http:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vortrag-Martin-Bertram-297x300.jpg\" alt=\"\" width=\"319\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vortrag-Martin-Bertram-297x300.jpg 297w, https:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vortrag-Martin-Bertram-150x150.jpg 150w, https:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vortrag-Martin-Bertram-768x777.jpg 768w, https:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vortrag-Martin-Bertram-100x100.jpg 100w, https:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vortrag-Martin-Bertram.jpg 956w\" sizes=\"(max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><\/p>\n<p>Am 10. Oktober stellte der Forstwissenschaftler Martin Bertram\u00a0 vor 61 waldinteressierten B\u00fcrgern im Restaurant Chausseehaus in Nieder-Ramstadt\u00a0 Alternativen zur herk\u00f6mmlichen Forstwirtschaft vor.<\/p>\n<p>Unser Wald ist in den letzten Jahren\/Jahrzehnten durch mehrere D\u00fcrreperioden im Zuge des Klimawandels stark beansprucht worden. Da der Wald aber durch forstliche Fehler geschw\u00e4cht ist, trifft ihn diese Beanspruchung so hart, dass er damit nicht alleine zurechtkommt. An vielen Stellen sind der Waldboden und die B\u00e4ume durch das \u00d6ffnen des Kronendachs der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Der Waldboden trocknet stark aus und die St\u00e4mme der B\u00e4ume bekommen Sonnenbrand. Der alte Forst-Spruch: &#8220; Licht, Gras, Maus, aus&#8220;, hat hier seine Berechtigung.<\/p>\n<p>R\u0171ckewege mit zu geringen Abst\u00e4nden zerst\u00f6ren den Waldboden und reduzieren die verf\u00fcgbaren Waldfl\u00e4chen um bis zu 25%. Baumverletzungen durch den robusten Einsatz von Ernte- und R\u00fcckemaschinen f\u00fchren zu zus\u00e4tzlichen Verlusten. Kahlschl\u00e4ge und anschlie\u00dfende Neuanpflanzungen mit gezogenen Setzlingen, die keine ausgepr\u00e4gten Wurzeln bilden konnten, sind wiederum anf\u00e4llig f\u00fcr Trockenperioden und Windbruch. Dass die Fichte nicht die ideale Baumart in unseren Breiten ist, hat schon ein Forstwissenschaftler Karl Gayer1896 gesagt. Willst du deinen Wald vernichten, pflanze Fichten. Das gilt analog auch f\u00fcr die Kiefer.<\/p>\n<p>Um diese negativen Einfl\u00fcsse und Praktiken in Zukunft zu vermeiden, wird eine schonendere und naturnahe Waldwirtschaft gefordert. In vielen F\u00e4llen kann durch den Einsatz von Seilwinden oder Pferden statt schwerer Forstmaschinen der Waldboden geschont und der Verletzung von B\u00e4umen entgegengewirkt werden. Auch Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr B\u00e4ume, die sich selbst ausges\u00e4t haben, sind sehr wirkungsvoll. Wenn man solche B\u00e4ume durch Einz\u00e4unen oder Einzelschutz vor Wildverbiss bewahrt, werden sie widerstandsf\u00e4higer; ihre Wurzeln gr\u00fcnden tiefer, sie k\u00f6nnen Trockenperioden besser \u00fcberstehen und St\u00fcrmen standhalten.<\/p>\n<p>Es wurden auch Baumarten aufgezeigt, die einen moderaten Klimawandel besser \u00fcberleben k\u00f6nnten. In Deutschland gibt es einige Beispiele, die die Alternative Forstwirtschaft schon seit den 90-er Jahren auf mehreren Tausend ha anwendet und ihre W\u00e4lder entsprechend bewirtschaftet, z. B. L\u00fcbeck, G\u00f6ttingen und Uelzen oder die W\u00e4lder der Grafen Hatzfeldt. Diese Forste haben die extremen Sommer 2018 und 2019 mit weniger Sch\u00e4den \u00fcberstanden als konventionell bewirtschaftete W\u00e4lder.\u00a0 Pfungstadt hat einen Forstmeister angestellt, der gemeinsam mit Hessen Forst daf\u00fcr sorgt, dass die Vorgaben der Gemeinde f\u00fcr die Alternative Forstwirtschaft, befolgt und durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Nach ausf\u00fchrlichen Diskussionen der vielen Themen gibt es kein Alles oder Nichts. Es muss in jeder Situation eine angemessene Antwort gefunden werden. Daf\u00fcr zeigt die vorgestellte Alternative Forstwirtschaft viele interessante M\u00f6glichkeiten auf. Unser Wald in Zeiten des Klimawandels darf nicht mehr in erster Linie auf kurzfristig hohe Holzerl\u00f6se sondern auf maximale Vitalit\u00e4t f\u00fcr den Erhalt unserer Lebensgrundlage und damit der Natur ausgerichtet werden.<\/p>\n<p>G\u00fcnter Rexroth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. 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