{"id":27,"date":"2018-02-27T19:30:57","date_gmt":"2018-02-27T19:30:57","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-walderhalt.de\/?p=27"},"modified":"2019-02-20T18:41:01","modified_gmt":"2019-02-20T18:41:01","slug":"der-wald-stirbt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-walderhalt.de\/?p=27","title":{"rendered":"Der Wald stirbt"},"content":{"rendered":"<p>Der Wald stirbt,<\/p>\n<p>diesmal nicht wegen des sauren Regens, sondern wegen der Gier unserer Holzwirtschaft nach immer mehr Holz.<\/p>\n<p>Auf unseren Waldspazierg\u00e4ngen haben wir in den letzten 10 Jahren festgestellt, dass zunehmend mehr Holz eingeschlagen wird. Dabei werden von Hessen-Forst weder die Setz und Brutzeiten (1.3. bis 30.9.) eingehalten, noch wird darauf geachtet, dass nur unbelaubte B\u00e4ume eingeschlagen werden. (Der zu schlagende Baum sollte das Laub im Herbst\/Winter abgeworfen haben). Die W\u00e4lder werden zudem mittlerweile fast j\u00e4hrlich durchforstet, statt in dem fr\u00fcher \u00fcblichen 5 bis 10 Jahres Rhythmus. Dass das kein subjektives Empfinden ist, hat sich bei n\u00e4herer Recherche herausgestellt.<\/p>\n<p>So belegen die Einschlagszahlen f\u00fcr den Gemeindewald M\u00fchltal f\u00fcr die Jahre 1984 \u2013 2004 , das der Hiebsatz um 50% \u00fcberschritten wurde und 128% mehr eingeschlagen wurde als geplant war.<\/p>\n<p>Auch wenn B\u00e4ume nachgepflanzt werden, bedeutet dieser Raubbau, dass in kurzer Zeit keine B\u00e4ume mehr zum F\u00e4llen zur Verf\u00fcgung stehen werden. Unser Wald besteht dann nur noch aus d\u00fcnnen B\u00e4umchen, die 80-100 Jahre brauchen, bis sie f\u00fcr die Holzwirtschaft nutzbar sind. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen diese \u201eW\u00e4lder\u201c Ihre Funktion als Sauerstofflieferant, Staubfilter und Orte der Naherholung nicht mehr wahrnehmen.<\/p>\n<p>Politisch verhalten wir uns wie immer industrie- und wirtschaftskonform, egal was das f\u00fcr Mensch und Natur zur Folge hat. Das Ergebnis des Raubbaus wird sein, dass unsere Holzwirtschaft den Rohstoff Holz verst\u00e4rkt aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern oder aus tropischen W\u00e4ldern holt, wenn unsere W\u00e4lder ersch\u00f6pft sind. Das verlagert aber nur das Problem in andere Weltgegenden.. Aber dann kommt das altbew\u00e4hrten Totschlagsargument: \u201e Wenn wir es nicht machen, machen es die Anderen\u201c.<\/p>\n<p>Die Waldschutz BI Darmstadt \u2013 Dieburg hat sich zur Aufgabe gemacht, diesen Prozess der sukzessiven Waldzerst\u00f6rung im Raum Darmstadt bzw. in hessischen Staatsw\u00e4ldern zu stoppen und zu einer naturnahen Forstwirtschaft beizutragen.<\/p>\n<p>Konkret fordern wir f\u00fcr unsere W\u00e4lder:<\/p>\n<p>Eine Zertifizierung nach dem Naturland Standard.<br \/>\nDie Einhaltung der Brut und Setzzeiten auch f\u00fcr Hessen-Forst.<br \/>\nEin Verbot f\u00fcr das Einschlagen belaubter Waldb\u00e4ume.<br \/>\nDie Reduzierung und Einhaltung der geplanten Einschlagsmenge durch Hessen-Forst (bedeutet: nicht 100 % des nachwachsenden Holzes zu schlagen (max. 60%)).<br \/>\nEine Durchforstung nur alle 10 Jahre.<br \/>\nEinen weitgehenden Verzicht auf Vollerntereinsatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wald stirbt, diesmal nicht wegen des sauren Regens, sondern wegen der Gier unserer Holzwirtschaft nach immer mehr Holz. 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