{"id":1136,"date":"2022-08-06T01:07:55","date_gmt":"2022-08-06T01:07:55","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-walderhalt.de\/?p=1136"},"modified":"2022-08-06T01:08:38","modified_gmt":"2022-08-06T01:08:38","slug":"brennholz-aus-heimischen-waeldern-waelder-viel-zu-schade-zum-verheizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-walderhalt.de\/?p=1136","title":{"rendered":"Brennholz aus heimischen W\u00e4ldern \u2013 W\u00e4lder viel zu schade zum Verheizen"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Pressemitteilung<\/strong><\/h1>\n<h2 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Aktionsb\u00fcndnis Waldwende Heidelberg\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Juli 2022<\/strong><\/h3>\n<h4>Volker Ziesling<\/h4>\n<h5 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Der Waldzustand ist dramatisch<\/strong><\/h5>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noch nie haben unsere W\u00e4lder so gelitten wie derzeit. D\u00fcrreperioden, sommerliche Extremtemperaturen und damit verbunden ein struktureller Wassermangel der W\u00e4lder haben zu Absterbeprozessen und schweren Sch\u00e4digungen des \u00d6kosystems Wald gef\u00fchrt. Versch\u00e4rft wird die dramatische Lage des Waldes durch einen enormen Druck auf die Rohstoffreserve Holz. Im Bereich der W\u00e4rmeenergie entsteht ein teilweise irrationaler Run auf Brennholz, obwohl sich die Preise binnen Jahresfrist etwa verdoppelt haben.<\/p>\n<h5 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Holzverbrennung vs. Waldgesundheit<\/strong><\/h5>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Strategie zur Erh\u00f6hung der Widerstandsf\u00e4higkeit der Wald\u00f6kosysteme muss eine Erh\u00f6hung des Holzvorrates, einschlie\u00dflich des Totholzanteils und eine Dichthaltung der Waldbest\u00e4nde zur Folge haben. Nur bei Widerherstellung des Waldinnenklimas kann der Wald seine Funktion als gro\u00dfe Klimaanlage und als Kohlenstoffspeicher erf\u00fcllen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Anforderungen des Waldes und die Gier nach Rohstoffen, insbesondere nach Brennholz stehen sich wie zwei Boxer in der Ringecke gegen\u00fcber. Wir k\u00f6nnen unseren Wald nicht gesunden lassen und ihn gleichzeitig weiter als Rohstofflager strapazieren.<\/p>\n<h5 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Holzverfeuerung ein Klimakiller<\/strong><\/h5>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Verfeuerung von Holz ist nicht klimaneutral, wie es landl\u00e4ufig kommuniziert wird. Die Verfeuerung von Holz tr\u00e4gt deutlich zum Treibhauseffekt bei, unabh\u00e4ngig davon, ob die Verbrennung in Form von Waldbr\u00e4nden oder am heimischen Kamin erfolgt. Der \u00fcber Jahrzehnte im Holz angesammelte Kohlenstoff wird mit einem Schlag als das Klimagas CO2 freigesetzt. Holz w\u00e4chst nur an Holz, daher die von uns bestaunte Jahrringstruktur des Rohstoffes. Verheizen wir diesen Rohstoff, verliert der Wald auf viele Jahrzehnte seine F\u00e4higkeit Kohlenstoff zu binden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In unseren W\u00e4ldern gibt es keinen Rohstoff Holz, der noch frei verf\u00fcgbar w\u00e4re. Mittelfristig m\u00fcssen wir uns von dieser archaischen Form der Holznutzung vollst\u00e4ndig verabschieden. Dabei ist es unerheblich, ob die Verbrennung in kleinen \u00d6fen oder in Biomasse-Heizkraftwerken erfolgt. Selbst das im Rahmen der Kalamit\u00e4ten angefallene Holz wird dringend im Wald\u00f6kosystem als N\u00e4hrstoffreserve, als Startkapital f\u00fcr die n\u00e4chste Waldgeneration und als Lebensraum f\u00fcr bedrohte Tier- und Pflanzenarten dringend ben\u00f6tigt.<\/p>\n<h5 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die k\u00fcnstliche Verknappung des Rohstoffes<\/strong><\/h5>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Brennholzboom der vergangenen Wochen zeigt einige Parallelen zur Toilettenpapierkrise. Die vermeintliche Knappheit f\u00fchrt zu Hamsterk\u00e4ufen, die das Produkt tats\u00e4chlich verteuern. Eine kurzfristige Bereitstellung zur Befriedigung der hohen Nachfrage w\u00e4re weder m\u00f6glich, noch sinnvoll. Brennholz sollte mindestens 2 besser, 3 Jahre gelagert und getrocknet werden, damit die Holzfeuchte unter 20 % absinkt. Wird es dennoch vorher verfeuert, steigen Abgaswerte und das Holz verbrennt unter Freisetzung von Feinstaub und dem f\u00fcr den Menschen gef\u00e4hrlichen Gas Kohlenmonoxid.<\/p>\n<h5 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Erh\u00f6hte Waldbrandgefahr durch Totholz?<\/strong><\/h5>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, es wird immer wieder vorgetragen, das Totschlagargument mit der Waldbrandgefahr. Daher noch ein kurzer Faktencheck zur Auffassung ein aufger\u00e4umter Wald vermindert die Waldbrandgefahr. Es gibt in Mitteleuropa keine Waldbr\u00e4nde, sondern Forstbr\u00e4nde in Nadelwaldbest\u00e4nden, in denen Baumharze und Terpene fast explosionsartig verbrennen, so immer wieder in den Trockengebieten von Brandenburg. Das absterbende Holz hat noch immer eine Holzfeuchte von 50 bis 60%, auch wenn es noch so trocken aussieht. In intakten Wald\u00f6kosystemen Mitteleuropas wird die Ausbreitung eines Feuers vom Wald selbst verhindert (anders sieht die Gefahr in den W\u00e4ldern der Taiga oder der Mittelmeerregion aus). Das Aufr\u00e4umen des abgestorbenen Holzes schw\u00e4cht die Vitalit\u00e4t des Waldes und tr\u00e4gt nicht zu einer h\u00f6heren Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Waldbr\u00e4nde bei.<\/p>\n<h5 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Brennholz aus dem Stadtwald? <\/strong><\/h5>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der deutsche Wald definiert sich derzeit neu. Gebietsfremde Nadelb\u00e4ume verabschieden sich in schnellen Schritten. Durch die starke Auflichtung der Buchenbest\u00e4nde wird auch diese Baumart in Mitleidenschaft gezogen. Das absterbende Holz wird als Startkapital f\u00fcr die n\u00e4chste Waldgeneration dringend ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Sinne einer Klimastrategie und nach den Anforderungen des Artenschutzes m\u00fcssen unsere W\u00e4lder \u00e4lter und reicher an Holzvorr\u00e4ten werden. Dies erfordert einen deutlich reduzierten Einschlag gegen\u00fcber den bisherigen Hiebss\u00e4tzen. Es stellt sich somit nicht die Frage, ob zus\u00e4tzlich Brennholz aus den Waldbest\u00e4nden bereitgestellt werden kann, sondern die Frage wie der Ausstieg aus der archaischen Nutzung von Holz beschleunigt werden kann. \u00dcbergangsweise ist die Bereitstellung aus dem Einschlag gebietsfremder Baumarten Robinie, Roteiche, Traubenkirsche oder G\u00f6tterbaum denkbar.<\/p>\n<h5 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Brennholz- keine L\u00f6sung f\u00fcr die W\u00e4rmekrise<\/strong><\/h5>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie also reagieren auf den vielleicht anstehenden W\u00e4rmemangel? Brennholz ist sicher nicht die richtige Antwort auf den entstehenden Mangel. Einsparung des Konsums, Verzicht auf Komfort und der rasche Umstieg auf regenerierbare W\u00e4rmequellen sind die einzige Alternative.\u00a0<strong>W\u00e4lder viel zu schade zum Verheizen!<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1137 size-full\" src=\"http:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Unbenannt.jpg\" alt=\"\" width=\"699\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Unbenannt.jpg 699w, https:\/\/pro-walderhalt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Unbenannt-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 699px) 100vw, 699px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung Aktionsb\u00fcndnis Waldwende Heidelberg\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Juli 2022 Volker Ziesling Der Waldzustand ist dramatisch Noch nie haben unsere W\u00e4lder so gelitten wie derzeit. 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